Gebrauchte britische Lebensversicherungen

Kapitalbildende Lebensversicherungen gehören auch in Deutschland zu einem der beliebtesten Anlageinstrumente. Sie bieten hohe Sicherheit und garantieren, wenn auch geringen, Wertzuwachs. Aus diesem Grund greifen gern private Kleinanleger auf diese Form der Geldanlage zurück. Was aber tun, wenn es aufgrund von Arbeitslosigkeit oder Scheidung zu finanziellen Engpässen kommt und der Versicherer seine Beiträge nicht mehr zahlen kann. In diesem Fall haben gerade deutsche Anleger Glück. Der Gesetzgeber hat die Versicherer dazu verpflichtet, ihre Produkte so auszugestalten, dass eine Kündigung vor Ablauf der Fälligkeit möglich ist. Dazu kauft das Unternehmen die Police vom Versicherungsnehmer zurück. Der Rückkaufwert entspricht in der Regel der bereits eingezahlten Summe.

Andere Länder, andere Sitten. Was in Deutschland und vielen EU-Staaten geltendes Recht ist, hört sich für Versicherte in Großbritannien nach Zukunftsmusik an. Hier sind die Anbieter von Lebensversicherungen nicht an einen gesetzlich festgelegten Rückkaufswert gebunden. Eine vorzeitige Kündigung liegt im Ermessen des Versicherers. Aus diesem Grund liegt der Betrag, den Versicherungsnehmer für die Rückgabe ihres Vertrages erhalten, meist deutlich unter dem eigentlichen Zeitwert. Da britische Versicherungen gegenüber ihren kontinentaleuropäischen Vertretern einige Vorteile bieten, haben sich gebrauchte Lebensversicherungen aus Großbritannien als Kapitalanlageinstrument etabliert. Die Anfänge des Zweitmarktes für Versicherungen liegen bereits im Jahr 1844. Erste Policen wechselten auf Auktionen den Besitzer. In Deutschland ist der Handel mit gebrauchten Versicherungen erst seit wenigen Jahren erlaubt.

Nicht zuletzt die hohen Renditen haben wesentlich dazu bei getragen, britische Versicherungen zu einer beliebten Anlageform zu machen. Die Versicherungsunternehmen werden durch die britische Regierung nicht dazu gezwungen, einen Großteil des Kapitals in Anleihen mit geringen Renditemöglichkeiten anzulegen, sondern setzen auf Alternativen, wie den Aktienmarkt. Als Ergebnis dieser Anlagepolitik winken zweistellige Erträge. Kein Wunder also, dass damit Käufer für gebrauchte Lebensversicherungsverträge angelockt werden.

Daneben genießt der Anleger noch andere Vorteile. Zum Beispiel profitiert er aus der Performance vergangener Jahre. Die Boni und bereits eingezahlten Beträge können nicht mehr verloren gehen. Ein weiterer Pluspunkt der britischen Lebensversicherung sind die Gewinnzusagen. Kapitalgarantien, die ein Versicherungsunternehmen einmal ausgesprochen hat, können nicht wieder zurück genommen werden. So bleibt die erreichte Performance auch erhalten. Damit kann sich die Versicherung nur noch oben entwickeln. Interessenten an dieser Kapitalanlage stehen zwei Wege offen. Zum einen der Ankauf einer Versicherungspolice mit variabler Laufzeit. Oder die Investition in einen Fonds, der mit britischen Lebensversicherungen handelt.

Speziell letztere Form richtet sich an das Sicherheitsbedürfnis der Kapitalgeber. Die Streuung des Vermögens in mehrere verschiedene Versicherungen bringt den Vorteil mit sich, dass sich Verluste weitaus geringer auswirken, als beim Halten nur eines Kontraktes. Dies wirft automatisch die Frage nach den Risiken der britischen Lebensversicherung auf.

Anleger beschäftigt immer die Angst vor Verlusten und treibt sie auf der Suche nach sicheren Kapitalanlagen an. Anbieter britischer Versicherungen, auf dem Erstmarkt, wie auf dem Zweitmarkt, werden durch die britische Finanzaufsichtsbehörde ständig überwacht. Es soll sicher gestellt werden, dass sich immer genügend Kapital im Vermögen der Unternehmen befindet, um die Forderungen aller Versicherten auch wirklich bedienen zu können. Zusätzlich werden die Policen durch einen Fonds geschützt, der bei Insolvenz des Versicherungsunternehmens greift. Damit soll das Risiko so gering wie möglich gehalten werden. Liest man aber das Kleingedruckte über den Feuerwehr-Fond, stellen sich dem Anleger die Nackenhaare zu Berge. In den Genuss der Leistungen können nur Engländer kommen. Als deutscher Staatsangehöriger trägt man das Risiko also selbst. Zum anderen gestaltet sich ein Rechtstreit über Ländergrenzen hinweg im Allgemeinen recht schwierig. Des Weiteren wird häufig das Fremdwährungsrisiko unterschätzt. Der direkte Handel mit britischen Lebensversicherungen wird in £ abgewickelt. Aus diesem Grund hängt die tatsächliche Höhe der Rendite immer vom aktuellen Stand der Währungen zueinander ab. Investoren in heimische Lebensversicherungs-Fonds umgehen dieses Risiko.