Kapitallebensversicherung

Durch die Probleme in der gesetzlichen Rentenversicherung sehen sich viele Menschen gezwungen, nach alternativen Lösungen zur Vorsorge zu suchen. Eine Möglichkeit besteht im Abschluss einer Kapitallebensversicherung. Sie dient im Grunde der Sicherung des Lebensstandards im Alter. Durch monatlich eingezahlte Versicherungsprämien spart man sich eine Lebensversicherungssumme an, die bei Vertragsende ausgezahlt wird. Folgendes Beispiel sollte zu denken geben:
Die derzeitige Beitragsbemessungsgrenze liegt bei 5.250 Euro in den alten und bei 4.550 Euro in den neuen Bundesländern. Überschreitet das monatliche Einkommen diese Grenze, werden keine Rentenbeiträge entsprechend berücksichtigt. Dies bedeutet, dass beim Eintritt in das Rentenalter eine enorme finanzielle Lücke entsteht.

Vor Abschluss sollte man sich über die lange Laufzeit und die mangelnde Flexibilität bei der Beitragszahlung im Klaren sein. Bedenken Sie, dass Ihre Einkünfte über die Jahre schwanken können! Dementsprechend sollte auch der Versicherungsbeitrag angesetzt werden. Als Faustregel gilt: Der monatliche Beitrag sollte ca. ein Drittel des für Altersvorsorge und Risikoabsicherung zur Verfügung stehenden Budgets entsprechen. Die Art und der Umfang der Kapitallebensversicherung wird ganz individuell auf den entsprechenden Versicherungsnehmer zugeschnitten. So zum Beispiel ist die Kapitallebensversicherung für Singles ohne Hinterbliebene sehr teuer, da ein großer Teil des Versicherungsbeitrages für das Todesfallrisiko verwendet wird. Wohingegen es für Kapitalanleger interessante Möglichkeiten gibt. Denn durch die gesonderte steuerliche Stellung von Kapitallebensversicherungen im § 20 des Einkommensteuergesetzes, kann man sein Geld in dieser Form anlegen wenn der Steuerfreibetrag ausgeschöpft ist.
Eine Kapitallebensversicherung kann auch für die Finanzierung von nicht selbst genutzten Wohneigentum von Vorteil sein. Eine Tilgungsaussetzung über eine Kapitallebensversicherung bewirkt, dass über die gesamte Laufzeit nur die Schuldzinsen an den Kreditgeber gezahlt werden. Bei fremdvermieteten Immobilien können die Schuldzinsen im Rahmen der Einkommensteuer steuerlich geltend gemacht werden. Nach Ablauf der Tilgungsfrist wird die Ablaufleistung der Kapitalversicherung zur Tilgung des Kredites verwendet.

Auch für Familien bietet eine Kapitallebensversicherung sicherlich interessante Aspekte, mit der richtigen Tarifkombination lassen sich die Hinterbliebenen im Todesfall absichern. In jedem Fall sollte man den Lebenszyklus der Familie einbeziehen. So gibt es Tarife der Kapitallebensversicherung, die sich den Bedürfnissen der Versicherungsnehmer anpassen. So ist es beispielsweise ratsam, vor allem bei jungen Familien mit kleinen Kindern einen Tarif zu wählen, der einen erhöhten Todesfallschutz bietet.

Legt man seine Versicherungsbeiträge im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge an, ergeben sich teilweise enorme steuerliche Vorteile. Man verzichtet zwar auf einen Teil seines Einkommens oder auf Sonderzahlung wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld und schöpft damit die Pauschalversteuerung der einbehaltenen Beträge voll aus. Somit kann man sich über die Jahre eine weitere Altersvorsorge aufbauen. Vier Varianten unterstützt der Gesetzgeber dabei:
• die Direktversicherung (Pauschalbesteuerung von 20%, Sozialversicherungsbeiträge werden nur bei Sonderzahlungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld gespart, unter Umständen übernimmt der Arbeitgeber den Teil der Pauschalsteuer übernimmt)
• die Unterstützungskasse (Beiträge werden an eine Unterstützungskasse/Rückstellungskasse in Form einer Gehaltsumwandlung gezahlt, empfiehlt sich nur im Zusammenhang mit einer Rückdeckungsversicherung im Falle des Konkurses des Arbeitgebers, Der Gesetzgeber schreibt vor, dass jede Anwartschaft auf Leistungen durch eine betriebliche Altersversorgung erst dann erfüllt ist, wenn die Anwartschaft mindestens zehn Jahre besteht oder der Arbeitnehmer über 35 Jahre alt ist.
• die Pensionskasse (funktionieren ähnlich wie die Direktversicherung, Pensionskassen sind vergleichbar mit branchenspezifischen Versorgungswerken und Versicherungsinstituten)
• die Direktzusage des Arbeitsgebers auf eine Lebensversicherung, finanziert durch die Beiträge die der Arbeitgeber zusätzlich zum Gehalt zahlt. Im Versorgungsfall zahlt die Versicherung die fälligen Leistungen direkt an den Arbeitnehmer bzw. seine Hinterbliebenen aus.

Die Steuerpflicht bei Kapitallebensversicherungen greift in folgenden Fällen:
• die Versicherung ist nicht konform den staatlich anerkannten Vertragsbestimmungen
• vorzeitige Kündigung oder vorzeitiger Rückkauf der Lebensversicherung.
• entstandene Überschüsse werden vor Ablauf von 12 Jahren ausgezahlt und kein Versicherungsfall eingetreten ist
• wenn einige nachträgliche Änderungen im Vertrag von den Steuerbehörden als Kündigung oder Neuabschluss ausgelegt werden

Durch die Zinsen und steuerlichen Vergünstigungen ergeben sich für Versicherungsgesellschaft und Versicherungsnehmer Überschüsse, die aufgeteilt werden. Folgende Überschusssysteme der Versicherungen sind üblich:

• Beitragsverrechnung (zugeteilte Überschüsse werden innerhalb des Deklarationszeitraumes dazu verwendet, den garantierten Beitrag zu reduzieren)
• Bonussystem (Erhöhung der Versicherungsleistung indem der jährliche Überschussanteil als Deckungskapital für eine zusätzliche beitragsfreie Versicherung verwendet wird)
• Erlebensfallbonus (Überschüsse werden bei Ablauf ausgezahlt, die Todesfallleistung ist im Verhältnis zu anderen Überschusssystemen geringer, da dieses Überschusssystem auf den Erlebensfall ausgerichtet ist)
• verzinsliche Ansammlung ohne Verrechnung (Erhöhung der Versicherungsleistungen durch Einsparung der zugeteilten Überschussanteile, werden verzinst und zusammen mit der Versicherungssumme bei Ablauf ausgezahlt)
• verzinsliche Ansammlung mit Beitragsverrechnung (ein Teil der Überschüsse wird verzinslich angelegt, der andere Teil dient der Beitragsreduzierung)