Vergleich mit der gesetzlichen Krankenversicherung
PKV und GKV bilden heute die beiden Eckpfeiler unseres Gesundheitssystems. Angestellte würden gern in die private Versicherung wechseln. Diese bietet viele Vorteile. Vergleicht man die gesetzlichen mit den privaten Kassen, fällt als erstes das erweiterte Leistungsspektrum der PKV auf. Mit Chefarztbehandlung, Unterbringung im Ein – oder Zweibettzimmer und der Befreiung von der Zuzahlung zu Medikamenten kann die GKV in den seltensten Fällen mithalten. Selbst bei Zahnersatz und Brillen schlägt die private Variante der Gesundheitsfürsorge den staatlich verordneten Vertreter. Gerade auf dem Gebiet des Zahnersatz punktet die PKV – sie übernimmt, im Gegensatz zur GKV, die nur noch einen pauschalen Betrag der Kosten erstattet, einen Prozentsatz, der in Spitzentarifen bei 100% liegt.Die Kostentransparenz und die Anpassung der Beitragszahlungen an die wirtschaftlichen Verhältnisse der Versicherten durch die Wahl geeigneter Tarife, werden ebenfalls häufig positiv bewertet. Durch die Abrechnung der Ärzte mit der Kasse direkt, bleiben die gesetzlichen Versicherer in diesem Punkt auf der Strecke. Für den Patienten ist selten nachvollziehbar, an welcher Stelle die Kosten entstanden sind. Daneben wird den GKV-Angehörigen nicht die Möglichkeit eingeräumt, zwischen verschiedenen Tarifen zu wählen und Einfluss auf ihre Beiträge zu nehmen. Diese werden pauschal nach dem Einkommen berechnet. Wird in Jahren keine Leistung der Versicherung in Anspruch genommen, können Privatpatienten mit der Rückerstattung eines Teils ihrer Beiträge rechnen – für Versicherte der GKV ist dies immer noch ein Traum.
Bei Reisen ins Ausland sorgen alle Krankenversicherer auf dem Papier für den Schutz des Patienten. Die gesetzlichen Kassen bieten allerdings nur eine Absicherung für Länder an, mit denen die Bundesregierung ein Sozialversicherungsabkommen geschlossen hat. In allen anderen Staaten müssen Leistungen im Krankheitsfall selbst übernommen werden. Gleiches gilt für den notwendigen Rücktransport. Mitglieder einer privaten Krankenversicherung stehen deutlich besser da. Bei Aufenthalten im europäischen Ausland kommt der Versicherer für Behandlungskosten und die Rückführung nach Deutschland auf.
Zieht eine Erkrankung Arbeitsunfähigkeit nach sich, übernehmen die Krankenkassen nach dem Ende der Lohnfortzahlung die Zahlung des Einkommens, was in der gesetzlichen Krankenversicherung mit Einbußen von 30% des letzten Nettoeinkommens verbunden ist. Im Gegensatz zu dieser allgemeinen Regelung, kann ein Angehöriger der PKV seine Krankentagegeldzahlungen selbst festlegen, solange diese das tatsächliche Einkommen nicht übersteigen. Gerade Selbständige, die keine Lohnzahlungen zu erwarten haben, können sich ab dem ersten Krankheitstag über ein "Gehalt" freuen.
Natürlich hat eine Krankenversicherung auf privater Basis nicht nur Vorteile. Bestes Beispiel ist die Familienversicherung. Kinder können in einer gesetzlichen Krankenkasse ohne weiteres über die Eltern mitversichert werden. In der PKV ist dies nicht möglich, für jedes Kind müssen zusätzlich Beiträge gezahlt werden.
Verliert man einmal seinen Versicherungsschutz, kommt es zum Verlust des Einkommens und damit verbunden zur Zahlungsfähigkeit, gehen auch die Altersrückstellungen verloren. Tritt man dann später wieder in die private Versicherung ein, werden die Beitragszahlungen erneut an das momentane Alter angepasst.
Wie man sieht, alles hat seine Vor – und Nachteile. Letztendlich muss jeder selbst die Entscheidung treffen, welches der Versicherungsmodelle das bessere ist.